Bildungskarenz

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Bildungskarenz

Mit der Bildungskarenz können Arbeitnehmer unterschiedlich lange aus dem Arbeitsleben austreten, um sich im Beruf weiterzubilden. Auch eine Fortbildung ist im Rahmen der Bildungskarenz möglich. Das Arbeitsverhältnis bleibt während dieser Zeit unangetastet. Die maximale Dauer beträgt ein Jahr.

Hinweise zur Inanspruchnahme einer Bildungskarenz für Arbeitnehmer

Bildung & Wissen sind für die aktive Partizipation am Arbeitsmarkt unerlässlich. Arbeitnehmer tendieren darum immer öfter zu Weiterbildungen im Betrieb. Die benötigte Zeit schafft die sogenannte Bildungskarenz. Für die Inanspruchnahme bestehen mehrere Möglichkeiten. Entweder nimmt der Arbeitnehmer zwei bis zwölf Monate am Stück die Auszeit vom Job oder er verteilt die gesamte Zeit auf mehrere Teile. Die Gesamtdauer des Zeitraums darf dabei in vier Jahren zwölf Monate nicht überschreiten. Im Zeitraum der Bildungskarenz erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitsmarktservice ein Ersatzgeld in Höhe von mindestens 14,53 € am Tag. Während der Dauer der vereinbarten Zeiträume darf der Arbeitnehmer einen geringfügigen Zuverdienst erwirtschaften.

Voraussetzungen für die Bildungskarenz in Österreich

Das Arbeiten für die Weiterbildung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Zunächst einmal gilt eine ununterbrochene Mindestbeschäftigungsdauer in dem jeweiligen Unternehmen. Ab dem ersten Juli 2013 beträgt diese sechs Monate. Weiterhin müssen die Voraussetzungen für Arbeitslosengeld gegeben sein. Selbsterklärend muss der Arbeitgeber mit der Auszeit vom eigentlichen Beruf einverstanden sein. Die Teilnahme an den Weiterbildungsmaßnahmen belegt der Arbeitnehmer schriftlich. Unterbrechungen in dieser Zeit sind nur während der Ferien oder aus besonderem Grund erlaubt. Mindestens drei Wochen vor Beginn der gewünschten Maßnahme erfolgt der schriftliche Antrag auf Bildungskarenz. Der Mindestaufwand für die Arbeiten im Rahmen der Weiterbildung beträgt 20 Wochenstunden.

Rechtliche Auswirkungen der Bildungskarenz in Österreich

Während der bestätigten Bildungskarenz besteht für den Arbeitnehmer Unfall- und Versicherungsschutz. Für die Altersversorgung finden die Karenzen Berücksichtigung. Das Weiterbildungsgeld enthält der Arbeitnehmer steuerfrei. Grundsätzlich besteht für die Zeit der Bildungskarenz kein Kündigungsschutz. Eine Kündigung aufgrund der Weiterbildung ist jedoch anfechtbar. Für Personen, die Kinder in einem Alter bis zum siebten Lebensjahr haben, besteht eine Nachweispflicht für 16 Wochenarbeitsstunden. Arbeitnehmer, die vor dem ersten Juli die Karenz beginnen, unterfallen nicht den Neuerungen ab dem ersten Juli.

Welche Arten der Bildungskarenz gibt es?

Verschiedene Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen berechtigen zur Inanspruchnahme der Bildungskarenz. Das können beispielsweise folgende sein:

  • Besuch einer Hochschule
  • Fernlehrgang
  • Lehrgänge zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen

Für alle Karenzen ist ein durchgehender Beleg der Wochenstunden nötig. Darüber hinaus ist es sinnvoll, den konkreten Ablauf mit dem Büro des lokalen Arbeitsmarktservices abzusprechen. Auch freischaffende Dienstleister können eine Bildungskarenz beantragen. Dasselbe gilt für Saisonarbeiter. Bildungskarenzen sind für viele Arbeitnehmer eine Möglichkeit, neben dem Berufsleben ihr Wissen zu erweitern und ihren Arbeitsmarktwert zu steigern.

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